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Bücherwurm, Serienfreak & Schreiberling

Still Alice: Herzzerreißendes Buch von Lisa Genova

Nachdem ich für das vorherige Buch gefühlte vier Jahre gebraucht habe, konnte ich Still Alice – das bekannte Werk der amerikanischen Schriftstellerin Lisa Genova – vergleichsweise schnell beenden. Lange Zeit hatte ich mich gegen die Sichtung des gleichnamigen Dramas gewehrt; einzig und allein aus dem Grund, dass Kristen Stewart eine wichtige Rolle spielt. Und ich diese Schauspielerin unter allen Umständen vermeiden möchte.

Nun, da ich das Buch gelesen habe, möchte ich den Film noch weniger sehen: Denn so wundervoll Lisa Genova die junge Lydia Howland beschreibt, würde mir Stewart mit ihrer nicht-existenten Mimik all das wieder zerstören.

Aber genug von meiner Verachtung gegenüber der Schauspielerin, welcher fast an meine Beziehung zu Julia Roberts heranreicht. Auf zur Rezension!

Inhalt von Still Alice

Alice Howland ist Professorin für Linguistik an der Harvard University – sowohl bei ihren Kollegen als auch ihren Studenten ist sie für ihre Arbeit hoch angesehen. Doch mit Anfang 50 spürt sich, dass sich etwas ändert: Während ihrer Vorlesung entfallen ihr wichtige Worte, sie vergisst Termine, kann sich an einzelne Personen nicht mehr erinnern. Die Diagnose stellt nicht nur ihr Leben, sondern auch das ihrer Angehörigen auf den Kopf – sie hat eine frühe Form von Alzheimer…

Still Alice – Die Rezension

Tatsächlich habe ich Still Alice damals im Buchgeschäft nur gewählt, weil ich von dem Film gehört hatte und dringend meinen Büchergutschein einlösen musste. Im Nachhinein bin ich unheimlich froh, dass ich mich gerade dafür entschieden habe. Denn obwohl das Werk eine tragische Story innehat, hat mir das Lesen dennoch Spaß bereitet.

Das Besondere an Still Alice ist, dass die Geschichte aus der Sicht der Hauptfigur geschrieben ist. Auf diese Weise kann der Leser die Position von Alice viel besser einnehmen und ihre Probleme sowie Gefühle deutlicher nachvollziehen. Kann sich der Hauptcharakter beispielsweise nicht mehr an einen Menschen erinnern, wird dieser für den Leser auch nur soweit beschrieben, wie Alice ihn erkennt. Dadurch wuchs im Laufe der Geschichte meine Zuneigung für die Linguistikprofessorin, da ich mich so viel besser in sie hineinversetzen konnte.

Immer und immer wieder zeigt sich dabei, dass Alice nicht nur bestürzt ist über ihren eigenen Zustand. Zusätzlich spürt sie auch zunehmend, wie ihre Krankheit die Menschen in ihrem Umfeld beeinflusst, wie sie diese unbewusst und ohne Absicht vor den Kopf stößt und wie diese sie allmählich anders behandeln. Dadurch fällt es ihr noch schwerer, ihre Alzheimer-Erkrankung zu akzeptieren.

Darüber hinaus schafft es die Autorin Lisa Genova durchgehend, die Stimmungen der einzelnen Personen und ihrer Beziehungen untereinander optimal einzufangen. Gestiken, Mimiken, unausgesprochene Worte – das ist es, was die wortlosen Dialoge im Buch ausmacht.

Fazit zu Still Alice

Der Roman Still Alice ist in jedem Fall ein Werk, welches ich den Buchliebhabern empfehle, die sich – abseits romantischer Liebesstories, fantastischer Welten und Horrorgeschichten – zwischendurch auch mit dem wahren Leben beschäftigen möchten. Denn Lisa Genova behandelt mit ihrer an Alzheimer erkrankten Hauptfigur eine erschreckende und gleichzeitig realistische Lebenserfahrung. Damit erschafft sie ein kleines Meisterwerk, das dem Leser mit sanfter Gewalt die rosarote Brille aus dem Gesicht schlägt und mit der Nasenspitze voran in eine authentische ebenso wie traurige Realität stößt.

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