Pieces of Emotion

Bücherwurm, Serienfreak & Schreiberling

Yellowcard – The Final Tour: Das geilste Konzert ever

Leute. Am Freitag durfte ich das bisher großartigste Konzert in meinem ganzen Leben genießen. Zwar kann ich die Anzahl der von mir bisher besuchten Konzerte an zwei Händen abzählen, aber immerhin habe ich schon große Bands wie Linkin Park und Die Ärzte sehen können.

Doch nichts schlägt den Abend im Palladium in Köln.

Vier Stunden lang habe ich gemeinsam mit einer sehr guten Freundin getanzt, gesungen, gefeiert und vor Freude gelacht. Vier Stunden lang war das Palladium der wundervollste Ort auf der gesamten Welt.

Welcher Band ich das zu verdanken habe? Der amerikanischen Pop-Punk-Band Yellowcard.

Seit 1997 begeistert die Band ihre Fans mit ihrer rockig-punkigen Musik, die auf ganz einzigartige Weise von einer Violine begleitet wird. Ich kannte die Band in den frühen 2000er Jahren; haben wir doch damals zu den zwei bekanntesten Songs „Ocean Avenue“ und „Only One“ gefeiert. Zugeben muss ich allerdings, dass ich den Musikern nie besonders große Beachtung geschenkt hatte.

Bis meine Freundin mich darauf aufmerksam gemacht hatte, dass sie zu ihrer Abschiedstour auch nach Köln kommen.

Einfach aus der Laune heraus, endlich mal wieder ein Konzert besuchen zu wollen, habe ich mir ein Ticket gekauft. Und anschließend begonnen, die Musik von Yellowcard rauf und runter zu hören. Und lieben zu lernen.

Mit viel Vorfreude sind wir also am Freitag gegen halb acht abends am Palladium erschienen.

Dort war es schon unheimlich voll – laut des Yellowcard-Sängers Ryan Key hatten wohl über 3.000 Menschen das Konzert besucht.

The Kenneths

Zu Beginn hatten sich meine Freundin und ich einen freien Platzen im mittleren linken Bereich gesucht und der ersten Vorband The Kenneths gelauscht. Die drei Musiker aus den UK haben der Menge mit ihrer Punkmusik ordentlich eingeheizt und die Stimmung von Beginn auf hohem Niveau gehalten.

Es ist immer großartig, junge Bands auf Konzerten kennenzulernen – insbesondere wenn sie so sympathisch sind wie die Kenneths. Nicht selten hat der Sänger seine eher schlechten als rechten Deutschkenntnisse zur Schau gestellt und mit seinem Humor das Publikum zum Lachen gebracht. Wir hatten unheimlich viel Spaß, zur punkigen Musik der Band abzurocken und die heitere Stimmung im Palladium zu genießen.

Quelle: YouTube-Channel „The Kenneths“ (Stand: 11.12.2016)

Während des Umbaus haben wir es geschafft, uns weiter nach vorn zu drängeln, sodass wir schlussendlich nur noch etwa 15 Meter von der Bühne entfernt waren. Unser Ziel? Ganz nach vorn.

Schließlich tauchte die zweite Vorband auf: Normandie. Das Quartett aus Schweden hat genau die Musik gespielt, die ich so sehr liebe – eine Mischung aus Post-Hardcore und Alternative-Rock, ergänzt durch eine wunderbar sanfte Stimme.

Dass sogar beide Vorbands zum einen so hervorragend zur Hauptband gepasst haben und zum anderen so talentiert waren, ist wirklich selten und bedeutet mir umso mehr.

Quelle: YouTube-Channel „Normandie Official“ (Stand: 11.12.2016)

Während also schon die ersten Fans bei Normandie dabei waren, zu pogen, haben meine Freundin und ich die Chance genutzt und uns zu den ersteren Reihen vorgekämpft. Ganz nach vorn haben wir es nicht geschafft, doch standen wir ungefähr in Reihe 8 und hatten einen ganz guten Blick auf die Bühne.

Als es ein letztes Mal an der Zeit war, umzubauen, hatte der DJ im Hintergrund „All The Small Things“ von Blink-182 laufen lassen. Und der Saal hat gebebt. Ausnahmslos alle haben mitgesungen und dazu getanzt – die Stimmung war absolut grandios.

Und dann traten Yellowcard auf.

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Und mit der Ruhe war es endgültig vorbei. Bisher hatte ich immer ein bisschen Angst, mitten in der pogenden Menschenmasse zu sein – Angst davor, vielleicht hinzufallen und zertrampelt zu werden.

Tatsache ist aber: Man kann gar nicht fallen. Die Menge zieht einen einfach mit. Nach rechts, nach links, dann wird wieder mit aller Kraft nach vorn gedrückt. Zu Beginn war ich ein wenig panisch – ich hatte Angst, mir würde jemand meine Brille zerbrechen oder mir den Ellbogen aufs Zwerchfell drücken. Hatte ich aber erst den Trick heraus, wie ich mich am besten wehren konnte, hat es tatsächlich großen Spaß gemacht, sich einfach mitreißen zu lassen.

Leider haben meine Freundin und ich uns schon nach dem dritten Song völlig aus den Augen verloren. Da ich ahnte, dass sie sich wahrscheinlich mitten in die Menge gestürzt hatte, habe ich versucht, immer weiter nach vorne zu kommen. Dann hatte ich aber den Salat: Vor der ersten Reihe stand eine Mauer aus hochgewachsenen Männern, die scheinbar alle ihre Freundinnen in der ersten Reihe beschützten. Kein Durchkommen für mich.

Als ich also schließlich ziemlich durchgeschwitzt war, habe ich mich an den Rand gekämpft, um dort mit den etwas ruhigeren Fans einfach die Musik zu genießen.

Und glaubt mir, es war der absolute Hammer: Diese Mischung aus E-Gitarren, Schlagzeugen und einer Violine klingt live sogar noch atemberaubender als auf der Platte. Zumal die Band sich alle Mühe gegeben hat, den Abend zu einem Highlight werden zu lassen. Denn auch für sie war es einzigartig: Immerhin gilt das Konzert im Palladium als das größte der gesamten Abschiedstournee.

Und genau das ließ die Band ihre Fans auch spüren. Immer wieder hat Ryan kurze Ansprachen gehalten. Mal, um sich bei den Fans für die herausragende Stimmung zu bedanken. Mal, um die Motivation oder die Emotionen hinter bestimmten Songs zu erklären.

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Jedes Mal habe ich mich unfassbar gefreut, wenn ein mir bekannter Song gespielt wurde – doch auch die Lieder, die ich vorab nicht kannte, haben mich begeistern können. Zumal Ryan und der Violinist Sean mit ihren ruhigeren Songs, die sie auf Keyboard und Geige spielten, mir selbst bei der Hitze Gänsehaut verleihen konnten.

Nach etwa 40 Minuten schließlich habe ich meine Freundin wiedergefunden und wir haben das restliche Konzert zusammen genossen. Bis Ryan kurz vorm Ende eine herzergreifende Rede gehalten hat. Nicht nur, um den Fans die Gründe für die Bandauflösung zu nennen. Sondern auch, um sich bei ihnen für die vergangenen 20 Jahre und diesen einmaligen Abend zu bedanken.

Mitten in der Masse stehend, konnte ich förmlich spüren, wie gerührt die Fans waren und wie sehr sie die vier Musiker auf der Bühne liebten. Es war absolut ergreifend.

Kurz darauf verabschiedete sich die Band – nur, um sich durch die lauten und gleichmäßigen Rufe der Fans wieder auf die Bühne holen zu lassen.

Und ihre beiden bekanntesten Songs zu spielen, auf die ich den gesamten Abend gewartet hatte.

Erst haben sie unser Herz mit „Only One“ erobert und anschließend dieses unvergessliche Konzert mit „Ocean Avenue“ beendet.

Quelle: YouTube-Channel „emimusic“ (Stand: 11.12.2016)

Vier Stunden lang haben wir also Musik erlebt. Vier Stunden, die ich zu den schönsten meines Lebens zähle. Es ist so schade, dass sich die Band nun auflöst – denn ich habe gerade erst begonnen, sie zu lieben. Doch mit Normandie hat mir der Abend eine neue und junge Band geliefert, die ich nun in mein Herz schließen kann.

Vielen Dank, Yellowcard. <3

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