Pieces of Emotion

Bücherwurm, Serienfreak & Schreiberling

The Purge – Die Trilogie

Drei Filme in vier Tagen – so viel habe ich in den vergangenen Monaten nicht einmal ansatzweise gesehen. Außer natürlich bei meiner Familie, als wir die sommerlichen Abende ganz gemütlich haben ausklingen lassen.

Dieses Mal gab es auch einen „Anlass“ dafür: Mit meiner Freundin, die gemeinsam mit mir Bad Moms gesehen hatte, habe ich den Deal geschlossen, dass ich mit ihr den Film The Purge – Election Year auf der großen Leinwand sehe. Damit ich entsprechend vorbereitet war, habe ich mir am vergangenen Wochenende zusätzlich die ersten beiden Teile angesehen, um am Montag mit idealem Vorwissen in den dritten Teil zu starten.

Aber müssen alle Filme gesehen werden, um den dritten zu verstehen?

Absolut nicht – zwar zieht sich der Grundgedanke durch alle drei Teile, sie bauen dennoch nicht gänzlich aufeinander auf. The Purge und The Purge: Anarchy zuvor gesehen zu haben macht insofern Sinn, als dass sich die Entwicklung, welche sich durch die Filme zieht, überhaupt erkennen lässt. Auch macht es Spaß, Schauspieler aus den vorangegangenen Filmen im dritten Teil erkennen zu können – dort tauchen nämlich gleich zwei Darsteller mit ihren jeweiligen Figuren auf. Wer diese sind, verrate ich an dieser Stelle natürlich nicht; immerhin würde ich dann deren Überleben spoilern.

Quelle: YouTube-Channel „Movieclips Trailers“ (Stand: 29.09.2016)

Was ist denn nun der Grundgedanke hinter der The Purge-Reihe?

Hinter allen Filmen steckt der Gedanke der Purge-Nacht in einem dystopischen Amerika: Einmal im Jahr sind alle Verbrechen für zwölf Stunden erlaubt – auch Mord. Diese Nacht, in der die Menschen ihr „inneres Biest“ herauslassen können, soll dafür sorgen, dass die Kriminalitätsrate das verbliebene Jahr über möglichst niedrig bleibt. Alle drei Filme drehen sich dabei um Menschen, die sich durch die Nacht schlagen müssen, in der Hoffnung, am Ende zu den Überlebenden zu gehören.

Und wie zeigt sich die Idee in den drei Filmen?

Diese Idee an sich hat in jedem Fall viel Potenzial, da sie in unserer heutigen Zeit vielleicht gar nicht so unrealistisch ist. Allerdings wurde sie in den drei Filmen unterschiedlich dargestellt: So steht im ersten Teil eine wohlhabende Familie im Vordergrund, die plant, die Purge-Nacht hinter ihren sicheren Mauern zu verbringen – natürlich läuft das Ganze ganz anders, als sie wollen. Und obwohl der Cast mit großartigen Schauspielern wie Ethan Hawke, Lena Headey und Max Burkholder besetzt ist, gilt der erste Film für mich als schlechtester Teil.

The Purge: Anarchy, der zweite Streifen, hat mir hingegen deutlich besser gefallen. Immerhin liegt diesmal der Fokus auf eben jenen Menschen, die sich nicht oder nur schwer vor den Purgern schützen können – der sozialen Mittel- und Unterschicht eben. Dadurch konnte ich mich als Zuschauer viel besser mit den Ängsten der Charaktere identifizieren und mit viel mehr Emotionen an der Handlung teilnehmen. Auch ist der zweite Teil deutlich brutaler angelegt und setzt sich viel mehr mit den gesellschaftskritischen Elementen auseinander – nicht zuletzt aufgrund der Rebellentruppe, die gegen die Purger kämpfen will.

Quelle: YouTube-Channel „Fresh Movie Trailers“ (Stand: 29.09.2016)

Als dritter Teil lief nun kürzlich The Purge – Election Year in den deutschen Kinos an. Zwar zeigt sich hier noch immer eine ähnliche Story, die Entwicklung ist jedoch schon viel weiter vorangeschritten – es geht nicht mehr allein nur um das „Purgen“ und um Menschen, die die Nacht überleben wollen. Stattdessen hat sich eine ganz spannende Handlung um die Rebellen entwickelt, die nun weiter ausgebaut wird. Auch setzt er bezüglich der Gesellschaftskritik noch einen drauf: Eine Senatorin tritt bei den neuen Präsidentschaftswahlen an; ihr Ziel ist es, die Purge-Nacht abzuschaffen. Ganz gelungen ist den Machern diese zusätzliche Story nicht, da sie auch hier wieder mehr am Splatter-Thema arbeiten als an einer politisch sinnvollen Geschichte. Der Ansatz allerdings hat mir in jedem Fall gut gefallen. Aufgrund dieser etwas komplexeren Entwicklung ist der dritte Film anders als seine Vorgänger: weniger gruselig, mit Humor gespickt und insgesamt etwas positiver gehalten. In die Horrorfilm-Sparte passt er demnach längst nicht mehr – ein Actionfilm mit interessanter Geschichte ist eine bessere Beschreibung.

Quelle: YouTube-Channel „Universal Pictures“ (Stand: 29.09.2016)

Was halte ich nun insgesamt von der Filmreihe The Purge?

The Purge ist nicht unbedingt eine Reihe, die man gesehen haben muss, aber in jedem Fall eine, die dem Zuschauer doch ein unterhaltsames Erlebnis bietet. Der zweite Teil hat mir wohl am besten gefallen, dicht gefolgt vom dritten, womit der erste auf dem letzten Platz landet.

Wirklich gruselig fand ich die Filme jedoch nicht – zwar konnten die ersten beiden Teile durchaus ein paar Schreckmomente aufweisen; insbesondere, da der erste zu großen Teilen im Dunkeln spielt. Auch muss ich zugeben, dass mich dieses Gefühl der Unsicherheit während der Sichtung nie ganz losgelassen hat; diese Unsicherheit, dass nicht doch im nächsten Moment einer der Charaktere, die ich gerade erst kennenlerne, stirbt. Der Rest jedoch war mehr Splatter als Horror und demnach deutlich grausamer, aber weniger horrorlastig. Mir persönlich hat das allerdings nicht viel ausgemacht, da zumindest die ersten beiden Teile die allerersten Horrorfilme waren, die ich ganz allein gesehen habe 😉

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