Pieces of Emotion

Bücherwurm, Serienfreak & Schreiberling

Warum Hufflepuffs die Welt zu einem besseren Ort machen

Ganz ohne Scham kann ich sagen: Ich bin ein Hufflepuff. Jaja, ich sehe euch schon spöttisch und mitleidig lächeln. Aber wisst ihr was? Ich bin stolz darauf, ein Hufflepuff zu sein.

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Als Fan des Harry-Potter-Universums kommt man ja durchaus mal in Versuchung, herausfinden zu wollen, in welches der Häuser man selbst gesteckt werden würde. Also habe ich vor einigen Monaten das offizielle Pottermore-Quiz und zusätzlich dieses BuzzFeed-Quiz und dieses gemacht, um beide Male bestätigt zu bekommen, was ich im Innersten sowieso schon wusste.

Und wenn ich ganz ehrlich bin, war ich zu Beginn etwas enttäuscht. Denn was hört man eigentlich über die Häuser? In Gryffindor landen die Mutigen, die Draufgänger. Nach Ravenclaw gehen die Intelligenten und Individuellen. In Slytherin werden die Ehrgeizigen, die Erfolgsorientierten einsortiert.

Und in Hufflepuff… tja, in Hufflepuff landen eben einfach alle anderen. Solche, die kein besonderes Talent haben. Die Normalos eben.

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Überall im Internet werden die Hufflepuffs verspottet – wie oft ich schon lesen musste, dass dort Nichtsnutze, talentfreie Menschen und sonstige mitleiderregende Personen einsortiert werden.

Warum mich das so stört?

Weil genau das zeigt, wie wenig die Talente und Eigenschaften der Hufflepuffs (die es so natürlich auch im realen Leben gibt) in der Realität wertgeschätzt werden.

Welches Wort fällt euch als allererstes ein, wenn ihr an dieses unterschätzte Hogwarts-Haus denkt? Nett. Nicht wahr?

Solange du nicht durch irgendein Talent oder irgendeine besondere Eigenschaft hervorstichst, bist du eben nett. Und damit ein Hufflepuff.

Und damit werden die Eigenschaften dieses Hauses völlig falsch verstanden. Klar, Hufflepuffs sind nett – sie sind aber noch weitaus mehr.

Die Mitglieder dieses Hauses zeichnen sich durch Toleranz und Fairness aus, durch Treue und Loyalität. Sie sind geduldig, beharrlich und haben kein Problem mit harter Arbeit. Sie sind die Freunde, die in schlechten Zeiten hinter dir stehen. Die Menschen, die zufällig auf der Straße anlächeln und damit deine Laune heben. Die Personen, die sich für andere einsetzen, ohne dabei ständig ihr eigenes Glück im Auge zu haben.

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Sie sind die Menschen, die sich um euch kümmern. Und das ohne „wenn“ und „aber“. Ohne daran zu denken, was das sie für sie vielleicht auslösen könnte.

Sie sind die Menschen, die weder nach Hautfarbe noch nach Sexualität oder Herkunft gehen. Die, die eben jeden in ihren Reihen aufnehmen – egal, was er ist oder wo er herkommt.

Sie sind die Menschen, die sich nichts sehnlicher wünschen als den Frieden, die Liebe, die Hoffnung. Und die dafür arbeiten, so gut sie eben können.

Denkt mal an Hodor aus „Game of Thrones“, an Peeta aus „The Hunger Games“, an Rory aus „Doctor Who“ oder an Marshall aus „How I Met Your Mother“. Was haben diese Charaktere gemeinsam? Sie setzen sich für die Menschen ein, die ihnen am Herzen liegen – auch wenn das bedeutet, dass sie selbst vielleicht nicht glücklich werden. Sie sind tolerant, sie sind liebenswert und liebesbedürftig.

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Natürlich hat nicht jeder Hufflepuff alle genannten Eigenschaften inne. Fragt mal meinen Freund, wie ungeduldig ich bin oder wie unfair ich manchmal in einem Streit werden kann. Das zeigt sich aber auch in den anderen Häusern.

Und darum geht’s mir auch überhaupt nicht. Mir geht es viel mehr darum, endlich einmal deutlich zu machen, dass Hufflepuff-Eigenschaften wertvoll sind. Und sie nicht ständig unter den Teppich gekehrt werden. Wisst ihr, wie viel weniger Krieg und Tod und Hass wir auf dieser Welt hätten, wenn alle ein bisschen mehr wie die Hufflepuffs wären?

Ich will damit keineswegs sagen, dass die Eigenschaften und Talente der anderen Häuser weniger wert sind. Absolut nicht.

Aber so sehr wir die Mutigen und Tapferen brauchen, um neue Welten zu entdecken, so sehr brauchen wir auch die Loyalen und Treuen, auf die wir uns immer verlassen können. So sehr wir die Intelligenten und Individuellen brauchen, um die Menschheit voranzutreiben, so sehr brauchen wir die Toleranten und die Freundlichen, die jeden Einzelnen mit offenen Armen empfangen. Und so sehr wir schließlich die Ehrgeizigen und Entschlossenen brauchen, so sehr brauchen wir die Beharrlichen und die Geduldigen.

Also, ihr Hufflepuffs unter meinen Lesern und Kollegen: Glaubt an euch und eure Eigenschaften und schätzt euch selbst wert, wenn niemand anderes tut. Ihr wisst, dass ihr wichtig seid und dass eure Talente unersetzbar sind. Lasst euch nichts anderes einreden, auch wenn es die Welt euch nicht immer so einfach macht.

Hufflepuffs: Ihr seid meine Favoriten.

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