Pieces of Emotion

Bücherwurm, Serienfreak & Schreiberling

Geschafft: Die 30-Day-Yoga-Challenge!

Leute, ich habe es getan. Die 30-Day-Yoga-Challenge des YouTube-Channels Fightmaster Yoga ist beendet. Und ich habe bis zum Ende durchgezogen. Einen einzigen Tag nur habe ich wegen einer Erkältung ausgesetzt, ansonsten stand wirklich jeden Tag ein Video an.

Ihr glaubt gar nicht, wie unfassbar stolz ich auf diese Leistung bin.

Wisst ihr, es ist nicht so, als hätte ich die Welt gerettet oder Kinder glücklich gemacht oder irgendwas Fettes gewonnen. Es ist eigentlich nur eine Kleinigkeit. Aber für mich, die in ihrem gesamten bisherigen Leben nur sehr wenige Dinge wirklich durchgezogen hat, ist das ein absolutes Highlight.

Und nicht nur das: Yoga hat mir persönlich wirklich Spaß gemacht. Und das 30 Tage lang.

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Bei anderen YouTube-Sportvideos wäre ich längst eingeknickt, weil ich mit dem Tempo oder der großen Anstrengung nicht klarkomme. Hier nicht. Denn ich durfte lernen, dass es beim Yoga nicht darum geht, sich komplett auszupowern oder in kurzer Zeit möglichst viele Einheiten zu schaffen. Nein, stattdessen geht es beim Yoga darum, seinen eigenen Körper kennenzulernen und vielleicht die Grenzen ein wenig auszutesten. Es geht darum, richtig zu atmen und sich seines Körpers bewusst zu werden. Und es geht darum, den eigenen Geist zu befreien. Zu entspannen. Loszulassen. Sich ganz auf sich selbst zu konzentrieren.

Im Gegensatz zu anderen Videos, zum Fitnessstudio und zu Gruppenkursen hatte ich hier nicht einmal das Bedürfnis, auf die Uhr zu schauen und zu denken „Oh mein Gott, wann ist der Scheiß endlich vorbei?!“

Nein, wenn ich merke, dass mein Körper eine Position einfach nicht schafft, dann lass ich sie eben und versuche mich in der Zeit an einer weniger schweren Position. Denn im Yoga geht es nicht darum, möglichst viel zu schwitzen und es seinem Körper schwer zu machen. Es geht darum, wenigstens ein kleines Gefühl von Dehnung zu bekommen und seinen Körper so immer stärker und flexibler zu machen.

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Daran hat mich Lesley in ihren Videos immer wieder erinnert.

So oft sagt sie ihren Zuschauern, dass sie sich nicht überanstrengen sollen, dass nichts wehtun darf, dass es nicht schlimm ist, wenn man mit dem Kopf eben nicht die Matte erreicht. Solange man merkt, dass sich der Körper zumindest ein wenig dehnt, reicht das schon aus. Denn von diesem Punkt kann man sich mit jeder Übung etwas verbessern – bis man vielleicht irgendwann eine Flexibilität erreicht hat, die man sich als Ziel gesetzt hat.

Ich habe in diesen 30 Tagen einige Dinge über meinen Körper gelernt.

Zum Beispiel, dass ich noch lange nicht bereit bin, einen richtigen Kopfstand zu machen. Oder dass ich es absolut hasse, zu lange in der Position „Downward Facing Dog“ zu bleiben. Ich war auch oftmals überrascht, wie gut meine Balance in scheinbar schwierigen Positionen ist, während ich in völlig simplen Positionen fast umkippe – einzig und allein, weil die Arme zu beschäftigt sind, um meiner Balance zu helfen. Ich weiß jetzt, welche Körperteile zu fest, zu ungelenk sind und woran ich arbeiten muss. Und ich merke, dass ich nun im Alltag viel öfter darauf achte, meinen Rücken gerade zu halten.

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Aber das Bewusstsein für meinen eigenen Körper ist längst nicht alles.

Auch mein Denken hat sich ein wenig verändert. Oder anders: Ich versuche, anders zu denken. Positiver, optimistischer, fröhlicher. Dabei versuche ich, vor allem aus den kleinen Dingen des Alltags irgendeine noch so winzige Erfüllung zu finden. Einfach stolz auf die Dinge zu sein, die ich Tag für Tag schaffe. Positiver mit den Menschen um mich herum umzugehen. Und endlich zu lernen, mit mir ganz allein glücklich zu sein.

Ich bin bei weitem noch nicht dort angekommen, wo ich gern hin möchte. So etwas lässt sich auch nicht in nur 30 Tagen schaffen. Noch immer merke ich, wie mich schon kleine Probleme schnell runterziehen können, wie ich nur selten meinen Kopf frei bekomme und wie ich mir vor allem über Tage hinweg Gedanken über irgendetwas mache.

Zwar bin ich noch nicht angekommen, aber diese Challenge hat mir zumindest geholfen, überhaupt diesen Weg zu beginnen. Das liegt nicht nur an der Methode selbst, sondern auch an Lesley.

Zum Ende jedes Videos fordert Lesley dazu auf, uns in die Position Shavasana zu begeben. Bei dieser legst du dich einfach auf den Rücken, streckst deine Arme etwas von dir und lässt locker. Du schließt die Augen und konzentrierst dich darauf, normal zu atmen. Das an sich tut nach einer Yoga-Einheit schon überaus gut.

Aber Lesley legt noch einen drauf.

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Sie liest jedes Mal ein anderes Zitat vor, meist aus einem Buch. In den meisten Fällen geht es bei diesen Zitaten darum, sich selbst so zu akzeptieren, wie man eben ist. Andere Male geht es darum, dass jeder einzelnen von uns wichtig ist. Dann wiederum geht es um die Macht der Liebe, der Toleranz oder der Akzeptanz.

Ich hab gesehen, dass Lesley diese Taktik auch bei ihren anderen Videos durchzieht. Und das ist einer der wichtigsten Gründe, warum ich weiter mit ihr trainieren werde. Denn diese Zitate sorgen dafür, dass es mir am Ende jeder Einheit ein klein wenig besser geht. Gerade nach einem Tag, an dem vielleicht einiges schief gelaufen ist, tut es einfach gut, solch positive Worte zu hören und das Gefühl zu bekommen, dass man wertgeschätzt wird – auch wenn man nicht direkt angesprochen wird.

Und Leute: Ich glaube, mit den Videos von Lesley habe ich den minikleinen Teil bei YouTube gefunden, in welchem die Leute in ihren Kommentaren durchgehend freundlich miteinander umgehen.

Wie sieht’s denn bei euch aus? Macht jemand von euch Yoga? Oder hat jemand vielleicht schon die Challenge gemacht? Was sind eure Erfahrungen? Habt ihr euch ähnlich gefühlt wie ich oder ist Yoga vielleicht gar nichts für euch?

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