Pieces of Emotion

Bücherwurm, Serienfreak & Schreiberling

Ich kann mich nicht entspannen.

Voller Stolz kann ich berichten, dass ich Tag 23 der 30-Day-Yoga-Challenge hinter mir habe. Ich bin unheimlich froh darüber, es bis hierhin durchgehalten zu haben. Zwar hat mich meine Erkältung einen Tag aussetzen lassen, aber ansonsten habe ich es bisher durchgezogen. Wie erfüllend sowas ist :)

Das Schöne an den Videos von Lesley Fightmaster ist, dass sie mich dazu bringt, am Ende der Übungseinheiten immer zu Ruhe zu kommen. Dann nämlich legen wir uns für eine kurze Zeit auf den Rücken, lassen los und versuchen, uns vollständig zu entspannen. Und genau da habe ich ein Problem.

Ich kann mich nicht entspannen.

Immer wieder merke ich, wie ich da liege, die Augen geschlossen habe und meinen Gedanken freien Lauf lasse. Dann denke ich über die Arbeit nach, über Freundschaften, über die Liebe, über alles. Auch denke ich darüber nach, was ich noch zu tun habe und was mir Sorgen bereitet. Ich schaffe es einfach nicht, dass mein Gehirn einmal Ruhe gibt und ich mich vollends der Entspannung hingebe.

Es klappt auch sonst irgendwie nie, dass ich mal zur Ruhe komme. Das Denken beginnt in der Sekunde, in der ich aufwache, und hört selbst des Nachts nicht auf. So oft träume ich von Dingen, die mich beschäftigen. Und so oft sorgen sie dafür, dass ich am nächsten Tag noch mehr gerädert bin. Es gibt keinen Moment, in dem ich einfach mal nichts tue.

Ich bewundere meinen Papa.

Mein Papa kann über eine längere Zeit einfach auf der Couch oder auf der Terrasse sitzen und wirklich nichts tun. Natürlich denkt er dann auch über Dinge nach. Doch irgendwie schafft er es dabei dennoch, zur Ruhe zu kommen. Manchmal hat er dabei die Augen geschlossen, manchmal sitzt er einfach nur da und schaut in die Ferne. Aber immer nimmt er sich die Zeit, eben einfach mal loszulachen und sich mit nichts zu beschäftigen als mit sich selbst.

Genau das versuche ich seit kurzem immer öfter.

Dann setze ich mich nach Feierabend auf meinen Balkon und beobachte die Vögel, die in den dicken Bäumen auf dem Hof herum hüpfen. Doch die meiste Zeit nehme ich ein Buch oder sogar das Handy mit, um mich irgendwie zu beschäftigen. Weil immer der Hintergedanke da ist: „Einfach nur dasitzen und nichts tun. Ist das nicht völlige Zeitverschwendung?!“

Nein, ist es nicht. Wir denken immer, dass wir so unheimlich viel zu tun hätten und keine Sekunde verschwenden dürften. Arbeiten, Familie, Partner, Freunde, Sport, Freizeit, Hobbys. Oftmals bekommen wir das Gefühl, dass 24 Stunden viel zu kurz für einen ganzen Tag sind. Wir brauchen mehr Zeit, um mehr zu tun.

Doch dabei bleiben wir selbst doch völlig auf der Strecke.

Wir müssen entspannen. Damit wir uns Zeit nur für uns nehmen. Damit wir mit uns selber ins Reine kommen. Damit wir die Nerven haben, mit all dem Müll, der uns tagtäglich begegnet, fertig zu werden. Damit wir das Burn-Out vermieden. Wir müssen entspannen.

Wir müssen endlich soweit egoistisch werden, dass wir ab und an uns selbst vor andere stellen. Und nicht nur vor andere Menschen, sondern auch vor die Arbeit, vor den Sport, vor die eigenen Hobbys. Damit wir am Ende des Tages sagen können: „Ich hab mir Zeit nur für mich genommen, ich konnte entspannen.“

Dank der täglichen Yoga-Challenge werde ich jeden einzelnen Tag daran erinnert, etwas Gutes für mich zu tun. Mich ganz auf mich, meine Atmung, meinen Körper zu konzentrieren. Mir die Zeit für mein eigenes Wohlergehen zu nehmen. Und wenigstens einmal zwei Minuten auf dem Boden zu liegen und nur zu atmen. Namaste.

Geht’s euch ähnlich? Habt ihr auch Probleme damit, täglich Zeit freizumachen, um euch nur auf euch zu konzentrieren? Oder gönnt ihr euch schon die Zeit, euch regelmäßig zu entspannen? Wenn ja, habt ihr Tipps für mich? :)

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