Pieces of Emotion

Bücherwurm, Serienfreak & Schreiberling

Tschick: Eine ganz normale Freundschaft unter Teenagern

Nachdem ich etwa acht Wochen dafür gebraucht habe, das hervorragende Fantasy-Werk Racheklingen zu lesen, bin ich nun endlich weitergekommen mit meiner Leseliste: Innerhalb von einer Woche habe ich Tschick von Wolfgang Herrndorf verschlungen. Warum? Weil dieses Werk einfach großartig ist – nicht nur die Handlung, sondern auch die Sprache passt perfekt.

Inhalt von Tschick

Maik Klingenbergs Leben ist nicht gerade das beste: Seine Mutter ist Alkoholikerin und sein Vater bändelt lieber mit seiner jungen Sekretärin an. Noch schlimmer ist, dass Maik eigentlich keine Freunde hat. Und unsterblich in Tatjana verliebt ist. Das Leben des Jungen ändert sich schlagartig, als Tschick in seine Klasse kommt. Eigentlich heißt Tschick Andrej Tschichatschow und kommt aus Russland. Und taucht ziemlich oft betrunken in der Schule auf. Trotz aller Umstände schließen die beiden Außenseiter Freundschaft

© Rowohlt Verlag

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Tschick – Die Kurzkritik

Vor Tschick kannte ich Wolfgang Herrndorf überhaupt nicht – aber ich glaube, dass ich nach diesem Roman noch weitere Werke von ihm lesen werde. Denn der deutsche Schriftsteller konnte mich schon auf den ersten Seiten der Jugendgeschichte völlig von sich überzeugen.

Es ist vor allem die Sprache, die mich so begeistert hat. Wenn bedacht wird, dass Herrndorf schon 50 Jahre alt ist, dann kann er die Jugendsprache hervorragend imitieren. Das schafft bei weitem nicht jeder Jugendromanautor – und bei weitem nicht so gut. Bei Tschick hatte ich wirklich das Gefühl, als würde mir ein 14-Jähriger seine unglaubliche Roadtripgeschichte erzählen. Dabei funktionieren nicht nur die teils wirklich humorvollen, teils aber auch sehr ernsten Dialoge, sondern auch das ganze erzählerische Drumherum. Herrndorf verschachtelt nichts, sondern bietet seinen Lesern kurze Sätze, jugendliche Gedankengänge und manchmal völlig verrückte Ideen.

Die Handlung ist natürlich der zweite, ebenso wichtige Aspekt – diesen konnte Wolfgang Herrndorf ebenso hervorragend umsetzen. Bei Tschick handelt es sich um keine langweilige Geschichte von zwei 14-jährigen Jungen, die sich kennenlernen und beste Freunde werden. Vielmehr müssen sie erst zahlreiche Hürden überwinden, bis sie schließlich merken, wie sehr sie sich aufeinander verlassen können. Und wie gern sie sich haben. Dass die Handlung eine total chaotische ist, passt nur umso besser in das Gesamtbild.

Fazit zu Tschick

Zwar hat das Werk nur etwa 250 Seiten, aber nicht nur deshalb habe ich das Buch so schnell durchlesen können. Es ist die Mischung aus Handlung und Stil, die dafür gesorgt hat, dass ich den Jugendroman nur ungern aus der Hand legen wollte. Und viele andere Leser scheinen mir da zuzustimmen: Denn längst gehört Tschick zu den Spiegel Bestsellern – es ist also nur eine Frage der Zeit, bis es als Pflichtlektüre im Unterricht aufgenommen wird.

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