Zum allerersten Mal in diesem Jahr war ich im Kino. Doch während alle anderen scheinbar The Revenant sehen, der mich eher weniger interessiert, habe ich The Danish Girl diese Ehre zuteilwerden lassen. Das Schöne: Ich war mit einer Freundin in einem vergleichsweise kleinen und gemütlichen Kino, wo der Streifen im Original mit deutschen Untertiteln gezeigt wurden. Das Beste: Es gab vorab keine Werbung – meine Freundin und ich sind um 19 Uhr in den Saal gegangen und der Film hatte gerade angefangen. Das war richtig awesome! Aber jetzt mal wieder zum Film: Hat er mir gefallen?

Der Inhalt von The Danish Girl

Dänemark, Mitte der 1920er Jahre: Einar Wegener (Eddie Redmayne) und Gerda Wegener (Alicia Vikander) leben in einer glücklichen Ehe. Beide sind Maler: Während Einar sich auf Landschaftsgemälde konzentriert, zeichnet Gerda am liebsten Portraits. Das Leben der beiden ändert sich, als Einar für seine Frau Modell steht – mit Damenstrümpfen und Damenschuhen. Schon bald darauf verändert sich der junge Mann. Zunehmend fühlt er sich weniger in seinem Körper wohl und möchte am liebsten eine Frau sein…



Quelle: YouTube-Channel „Movieclips Trailers“ (Stand: 28.01.2016)

The Danish Girl – Die Kritik

Auf diesen Film habe ich mich wirklich gefreut. Das liegt nicht nur an den beiden herausragenden Schauspielern, sondern auch an der Thematik – ich habe zwar erst danach herausgefunden, dass der Streifen auf einer wahren Begebenheit beruht, doch der Film konnte mich auch ohne dieses Wissen für sich einnehmen. Natürlich wird das Thema Transsexualität immer häufiger in Filmen, Serien und Büchern behandelt. Aber bei The Danish Girl ist es vor allem die Tatsache, dass das Drama in den 1920er Jahren spielt, was mich so fasziniert hat. Denn das macht natürlich das ganze Geschehen noch dramatischer.

Bei The Danish Girl handelt es sich um einen vergleichsweise ruhigen Streifen: Die Veränderungen geschehen langsam und leise, auf eine äußerst intime und doch herzzerreißende Weise. In vielen Szenen wird kaum geredet, die Blicke und Bewegungen der Protagonisten reichen völlig aus. Besonders Eddie Redmayne zeigt wieder einmal, dass die Besetzung perfekt ist. Er verdeutlicht die Veränderungen von Einar durch ein Lächeln, eine Handbewegung, einen Wimpernschlag. Aber Alicia Vikander steht ihm in nichts nach: Sie schafft es, den Verlust und die Schmerzen, aber auch die Liebe zu Einar mit nur wenigen Worten auszudrücken. Das Faszinierende hierbei ist, dass nicht nur gezeigt wird, wie sehr diese Veränderung Einars bzw. Lilys Leben beeinflusst, sondern auch den großen Effekt auf die Ehefrau zeigt. Denn so schön es ist, dass jemand endlich die Möglichkeit hat, sich in seiner Haut wohlzufühlen, so schlimm ist es für den anderen, weil er einen Menschen verliert – auch wenn diese eigentlich noch immer da ist.

Insgesamt ist es ein herausragender Film, der sich vor allem auf das Ehepaar Wegener konzentriert, um deutlich zu machen, wie sich durch Einars Veränderung auch die Beziehung der beiden verändert. Ab und an lässt sich auch erkennen, wie die Gesellschaft mit der Transsexualität eines Mannes umgeht – hiervon allerdings hätte ich mir noch etwas mehr gewünscht. Besonders deshalb, weil das Ganze eben vor fast einem Jahrhundert stattgefunden hat. Meines Erachtens hätte diese Tatsache noch viel deutlicher herausgestellt werden müssen. Ansonsten jedoch hat mir das Drama rundum gefallen: Es bietet einen Einblick in das Leben eines Menschen, dessen Inneres nicht ansatzweise mit seinem Äußeren übereinstimmt.

Kritik zu The Danish Girl

Mit einem besseren Film hätte ich das Jahr nicht beginnen können: The Danish Girl ist ein wunderbarer Streifen über Transsexualität, Liebe und die innere Schönheit. Sowohl Eddie Redmayne als Alicia Vikander, deren Talent ich schon in vorangegangenen Filmen genießen konnte, haben mich ein weiteres Mal überzeugt. Die Sichtung des Dramas wird wärmstens empfohlen!