Pieces of Emotion

Bücherwurm, Serienfreak & Schreiberling

First German Comic Con in Dortmund

Leute. Gestern. German Comic Con. Zum allerersten Mal. Wie unfassbar großartig. Ihr seht, ich bin ziemlich begeistert von der ganzen Sache 😀 Es war zwar ein verdammt anstrengender, dafür aber wunderschöner Tag. Leider hat die Organisation so manches Mal versagt… aber mal ganz auf Anfang!

7.50 Uhr

So früh an einem Samstag aufzustehen, ist eigentlich absolut nicht mein Ding. Normalerweise ist das meine Aufstehzeit für unter der Woche. Aber gut, für solch ein Ereignis nimmt man auch Müdigkeit mal in Kauf 😉 Mein Freund und machten uns fertig, um eine Stunde später den Zug nach Dortmund zu nehmen. Noch freuten wir uns, einen Platz im Zug erwischt zu haben – immerhin dauert es von Köln aus etwa 1,5 Stunden, bis man am Dortmunder Hauptbahnhof angekommen ist.

10.25 Uhr

20151205_114330Wir standen mit gefühlten 5.000 anderen Menschen an der U-Bahn-Haltestelle, wo uns die Bahn zu den Westfallenhallen bringen sollte. Schon zu diesem Zeitpunkt sahen wir etliche Cosplayer, die sich wirklich viel Mühe gegeben hatten, um an diesem Tag aus der Menge herauszustechen.

10.40 Uhr

Wir stiegen aus der Bahn und folgten der Masse hinaus aus der Haltestelle. Dann traf uns der Schlag: Die Schlang war etwa zwei Kilometer lang. Und wir mussten ans Ende. Es war arschkalt. Und um 11.50 begann das Panel mit Rory McCann (The Hound aus „Game of Thrones“) und Natalie Emmanuel (Missandei aus „Game of Thrones“).Eine Bekannte hielt mich auf dem Laufenden – Gottseidank hatte sich das erste Panel mit James Marsters verzögert, sodass auch das GoT-Panel nach hinten verschoben wurde.

11.50 Uhr

20151205_120449Endlich waren wir in den Westfalenhallen! Aber lange nachdenken können wir nicht. Stattdessen suchten wir hektisch nach den Sälen, in denen die Panels stattfanden. Richtig ausgeschildert wurde das aber nirgendwo. Gottseidank lotste uns besagte Bekannte zu Halle 7, wo wir gerade noch die letzten Worte von James Marsters erhaschen konnten. Wir fanden zwei Sitzplätze und ließen uns in dem Moment nieder, als Rory McCann und Natalie Emmanuel angekündigt wurden. Es ar ein unbeschreibliches Gefühl, zwei Schauspieler auf der Bühne zu sehen, nur wenige Meter von uns entfernt, die wir sonst immer nur im Fernsehen verfolgen konnten. Beide waren sichtlich gut gelaunt und wirklich humorvoll und erzählten uns Anekdoten vom Set oder aus ihrem eigenen Leben. Es war auch überraschend zu hören, dass sich Rory und Natalie erst an diesem Tag zum ersten Mal begegnet sind, da sie stets an verschiedenen Drehorten gearbeitet haben. Es hat so viel Spaß gemacht, den beiden zuzuhören, dass es wirklich schade war, als sie nach zwanzig Minuten wieder gehen mussten.

Hier hat die Organisation meiner Meinung nach ein weiteres Mal versagt. Die Stars wurden regelrecht von der Bühne vertrieben, damit der sowieso knappe Zeitplan eingehalten werden konnte. Und ganz ehrlich: Gerade einmal zwanzig Minuten für ein bis zwei Schauspieler? Bei anderen Comic Cons wird für die einzelnen Panels meist eine Stunde eingeplant. Klar, man wollte möglichst alle Schauspieler an beiden Tagen präsentieren, aber so kann das einfach nicht funktionieren.

12.30 Uhr

20151205_123350Da uns die darauffolgenden Panels nicht interessierten, haben wir uns nun endlich dafür Zeit genommen, Halle 4 in Augenschein zu nehmen. Dabei sind wir zu Beginn schon in der richtigen Ecke gelandet: Direkt vor uns stand eine originalgetreue Nachbildung des DeLorean! Während mein Freund sich an diesem großartigen Fahrzeug nicht sattsehen konnte, habe ich einen kleinen Freudenschrei ausgestoßen, als ich die TARDIS erblickte. Leider war sie von innen genauso groß wie von außen, aber es war dennoch ein wunderbarer Anblick. Zudem hab ich mich jedes Mal gefreut, wenn wir ein Doctor oder Osgood auf der Comic Con entgegen kam 😀

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Allgemein waren die Cosplayer wirklich herausragend. Ich fand’s zwar ziemlich schade, dass der Joker und Daenerys als Verkleidungen viel zu inflationär gebraucht wurden, aber wir haben Orks, Superhelden, Stormtrooper, Ruffys, Blutelfen und andere wirklich herausragende Verkleidungen gesehen. In Halle 4 gab es außerdem einen Retro-Gaming-Bereich sowie einen Wrestling-Ring. Letzteres haben wir uns kurz angesehen, konnte die ganze Schauspielerei aber so gar nicht ernstnehmen. Außerdem wurden hier die Photoshoots mit den Schauspielern veranstaltet – wir haben daran allerdings nicht teilgenommen.

13.30 Uhr

Von Halle 4 aus ging es zu Halle 3B. Hier sind wir direkt nach hinten zu den Autogrammtischen gelaufen. Auch Autogrammtickets hatten wir nicht (sowohl Fotos mit den Stars als auch Autogramme haben mindestens 35 Euro gekostet – da hab ich die Stars lieber aus der Ferne angehimmelt). Das Schöne war: Selbst ohne Ticket durften wir uns an den Tischen stehen und die Stars begaffen. Rory McCann, Natalie Emmanuel und Jason Isaacs saßen nur zwei Meter von mir entfernt! Jaja, ich als Fangirl war natürlich völlig begeistert davon 😀 Aber besonders die ersten beiden waren so unfassbar nett, denn wir durften auch ohne Ticket Fotos von ihnen machen. Und Leute: Natalie Emmanuel ist so unglaublich wunderschön. Jason Isaacs war der Einzige, der uns gesagt hat „No Photos!“, als wir gerade eines von ihm machen wollten. Irgendwo kann ich es verstehen, immerhin verdienen die mit den Photoshoots ihr Geld. Aber ganz ehrlich, während der Panels machen die Fans auch Fotos von ihm…

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Nuja, nachdem ich mich von dem Anblick der Stars losreißen konnte, haben wir uns den restlichen Teil der Halle angeschaut. Hier muss ich zugeben, dass ich wirklich ein wenig enttäuscht war. Es wirkte alles so unstrukturiert, nirgendwo gab es Beschilderungen und die gesamte Halle war voll mit Verkaufsständen. Ich hatte erwartet, dass es vielleicht Infostände gebe, bei denen man sich über Comicfiguren, Marvelhelden oder verschiedene Serien informieren kann. Auch hatte ich das Gefühl, dass die Artisten und Schriftsteller überhaupt keine Möglichkeit hatten, sich groß zu präsentieren. Es gab zwei kleine Bühnen, wo die Comiczeichner sitzen und ihr Talent zeigen konnten. Und das war’s. Ansonsten wurden überall Cosplay-Perücken, Funko-Pop-Figuren und Waffen verkauft. Also eine reine Verkaufshalle. Das hat mich unheimlich gestört, auch wenn ich mir einen Teil der Verkaufsstände gern angesehen habe.

14.30 Uhr

Nachdem wir uns durch Halle 3B gekämpft hatten (es waren unheimlich viele Menschen dort), sind wir zurück in Halle 7 geschlendert. Dort sollte nämlich ein Panel mit Laurie Holden („The Walking Dead“, „Silent Hill“, „Der Nebel“) und Addy Miller (erster Zombie in „The Walking Dead“) stattfinden. Für die ersten Minuten war Addy Miller allerdings allein auf der Bühne, da Laurie Holden noch beim Photoshoot festgehalten wurde. Das war natürlich eine nicht ganz so einfach Situation für Addy, da sie bei weitem nicht so viel Applaus erhielt und das Publikum mit ihr eben auch nicht so viel anfangen konnte. Aber sie hat das Beste daraus gemacht, hat ihre Geschichten erzählt und war wirklich unglaublich süß. Als Laurie Holden schließlich dabei war, wurde das Ganze aufgelockert, denn sie ist eine wirklich sympathische und unterhaltsame Person. Sie hat uns erzählt, wie sie erst einen Tag vor dem entsprechenden Drehtag von dem Schicksal ihrer Figur erfahren hat und wie die Menschen auf der Straße manchmal wegen der ganzen Governor-Sache reagierten.

14.50 Uhr

20151205_123005Eigentlich wollten wir nach diesem Panel gehen, aber dann tauchte als nächstes Silvester McCoy. Ich kenne ihn nur als Radagast aus „Der Hobbit“. Ich weiß zwar, dass er damals den Siebten Doctor gespielt hat, aber ich hab bisher nur kurze Ausschnitte davon gesehen. Deshalb hat mich das Panel eigentlich nicht so sehr interessiert, aber Silvester McCoy war so ein lustiger und aufgeschlossener Zeitgeselle, dass wir einfach bleiben mussten. Während sich alle anderen Schauspieler immer in die vorgesehenen Sessel gesetzt hatten, blieb er einfach stehen und lief ständig über die gesamte Bühne. Irgendwann hat er dann einfach die Moderation übernommen, sodass die arme Moderatorin einfach nur bedröppelt daneben stehen konnte. Als schließlich mit den Fragen aus dem Publikum begonnen wurde, hat Silvester McCoy immer gesagt „Oh, come up! Don’t be shy!“ und den Leuten sein Mikrofon hingehalten. Es hat so viel Spaß gemacht, ihm bei den Gesprächen mit den Fans zuzuschauen, dass es auch hier wieder unheimlich schade ist, dass nur zwanzig Minuten lang Zeit dafür war.

15.20 Uhr

Nach Silvester McCoys Auftritt haben wir uns noch die ersten Minuten von Jason Isaacs Panel angesehen und sind dann gegangen. Blöd nur, dass der Zug nach Köln nur einmal die Stunde fährt und wir gerade einen verpasst hatten. Also haben wir uns neben den Wrestling-Ring in Halle 4 gesetzt und Cosplayer beobachtet. Wir haben einige wirklich imposante Kostüme gesehen, für die die Leute bestimmt mehrere hundert Euro hingeblättert haben. Und dann kam sie: Prinzessin Leia im Sklaven-Kostüm, dass sie in Jabba the Hutts Palast getragen hat. Das Problem dabei war nur, dass das Mädchen so gut wie nichts unter dem Kostüm getragen hatte. Man konnte den Ansatz eines Höschens sehen – das war’s. In solchen Momenten frage ich mich immer, ob bestimmte Menschen wirklich um jeden Preis auffallen wollen; egal, wie positiv oder negativ die Rückmeldung letztendlich ist. Allerdings finde ich es auch ziemlich unfair, dass die Gesellschaft von Frauen erwartet, dass wir uns immer in möglichst aufreizende Kostüme schmeißen. Was für ein Schwachsinn. Da hat mir die männliche Lara Croft deutlich besser gefallen!

18.45 Uhr

Nachdem wir etwa eine Stunde in einem Zug standen, der so voll war, dass nicht einmal viel Luft zum Atmen blieb, konnten wir uns für die letzten zwanzig Minuten noch hinsetzen, bevor wir schließlich wieder Köln erreicht hatten. Als wir zuhause angekommen waren, wurde direkt Pizza bestellt, bevor ich mich auf der Couch breit machte und diese für den Rest des Abends nicht mehr verließ. Ich bin echt zu alt für diesen Kram. Aber ich würde einen solchen Tag trotzdem Kopf- und Rückenschmerzen jederzeit wiederholen!

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