Pieces of Emotion

Bücherwurm, Serienfreak & Schreiberling

Buch vs. Film: Die Tribute von Panem I

Zweimal habe ich Die Tribute von Panem – The Hunger Games angefangen. Und zweimal habe ich den Film an der gleichen Stelle beendet, weil ich keine Lust mehr hatte. Jetzt aber, da ich das dazugehörige Buch Die Tribute von Panem: Tödliche Spiele gelesen habe, hab ich den Streifen mit Spannung gesehen. Und kann so beide Formate miteinander vergleichen!


ACHTUNG: SPOILER AUS FILM UND BUCH!

An dieser Stelle noch kurze Infos, um den folgenden Text besser zu verstehen:

  • In diesem Vergleich geht es nur um das erste Band Tödliche Spiele und den dazugehörigen ersten Film!
  • Unter dem Punkt „Nebenfiguren“ werde ich nur solche Charaktere kurz benennen, die ich als wichtig erachte. Gale, Prim und andere sind zwar wichtig für die Hauptfiguren, doch kommen sie zu selten in der Geschichte des ersten Teils vor.
  • Wem in folgendem Text wichtige Punkte fehlen, die er gern besprechen möchte, darf mir einen Kommentar da lassen – ich bin immer offen für Diskussionen :)

Ab geht’s!

Katniss Everdeen

Im Buch: Katniss Everdeen wirkt trotz ihrer jungen Jahre wie eine selbstbewusste junge Frau. Sie sorgt für ihre Familie, in dem sie jagen geht und stellt sich sogar freiwillig als Tribut, um ihre Schwester zu schützen. Aufgrund des Ich-Erzählers erfährt der Leser immer wieder, wie Katniss denkt. Dadurch merkt er, dass das Mädchen zwar nach außen hin mutig und stark wirkt, im Inneren aber so verzweifelt ist wie jedes andere 16-jährige Mädchen. Ich finde, dass diese Mischung im Buch perfekt herüberkommt.

Im Film: In The Hunger Games wird Katniss als äußerst verschlossenes Mädchen dargestellt, die nicht viele Menschen an sich heranlässt. Gleichzeitig aber wirkt sie, ebenso wie im Buch, überaus mutig. Und dazu recht aufbrausend. Nur ihre Verzweiflung, die manches Mal in der Arena über sie kommt, ist im Film nicht ganz so deutlich. Das macht aber das Talent von Jennifer Lawrence wieder wett!

Fazit: Katniss gefällt mir in beiden Formaten – meiner Meinung nach wird ihr Charakter wunderbar im Film umgesetzt. Für mich sind die Charaktere deshalb in Buch und Film gleich gut!



Quelle: YouTube-Channel „vipmagazin“ (Stand: 25.10.2015)

Peeta Mellark

Im Buch: Der Bäckersjunge Peeta wird im Buch deutlich muskulöser beschrieben, als er schlussendlich im Film dargestellt wird. Dazu wirkt er besonders in der zweiten Hälfte des Buchs frech, allerdings auf eine sehr sympathische Weise. Auch finde ich, dass seine Zuneigung gegenüber Katniss hier wirklich deutlich dargestellt wird.

Im Film: Zwar finde ich, dass Josh Hutcherson ein hervorragender Schauspieler ist – ich mochte ihn schon damals in Die Brücke nach Terabithia. Doch leider fehlte dem Charakter im Film die freche Ader der Buchfigur. Darüber hinaus kam er meines Erachtens im Film viel zu kurz, sodass er die Rolle des verliebten Jungens gar nicht richtig spielen konnte. Ich hoffe, dass sich dies im zweiten Teil ändert und Josh Hutcherson mehr Präsenz auf der Leinwand bekommt.

Fazit: Die Darstellung von Peeta Mellark empfand ich im Buch als deutlich besser. Das liegt jedoch keineswegs an Josh Hutcherson; vielmehr fehlte dem Schauspieler einfach die Zeit, seine Rolle richtig spielen zu können.

Die Nebenfiguren

Haymitch: Haymitch ist der fast immer betrunkene Mentor von Peeta und Katniss. Während er im Buch eher ständig neben sich und dadurch ziemlich nutzlos wirkt, kommt er im Film deutlich sympathischer rüber. Was natürlich nicht nur daran liegt, dass dieser Charakter von Woody Harrelson verkörpert wird 😉

Effie Trinket: Sowohl im Buch als auch im Film wird Effie relativ gleich dargestellt: Sie ist ein bunter Paradiesvogel aus dem Kapitol, die sich mehr um ihr Image kümmert als um ihre Kandidaten. Auf der Leinwand wird sie durch Elizabeth Banks wunderbar zum Leben erweckt, doch auch im Buch kann der Charakter überzeugen.

Cato: Cato ist einer der wichtigsten Nebencharaktere – dies wird im Buch besonders gut herausgestellt. Doch auch im Film lässt sich immer wieder erkennen, wie er Katniss Blicke zuwirft. Zumal er in einer der wichtigsten Szenen des gesamten Streifens zu sehen ist. Ich denke aber, dass die Gefährlichkeit von Cato im Buch noch besser dargestellt wird.

Rue: Für Katniss ist Rue eine ganz besondere Person. Zwar erhält sie nicht allzu oft Präsenz in der Geschichte, doch diese kurzen Auftritte haben großen Einfluss auf die Hauptperson. Hier haben die Filmemacher gute Dienste geleistet, denn Rue ist ein unfassbar niedliches und doch so intelligentes Mädchen, das nicht nur in Katniss Emotionen geweckt hat.

Präsident Snow: Hier kommt dem Film zugute, dass er sich nicht nur auf Katniss konzentriert, sondern auch immer wieder einen Einblick in die Nebencharaktere bietet. Das bietet die Möglichkeit, besonders Präsident Snow in den Vordergrund zu rücken. Durch die wenigen Szenen, die er erhält, wirkt er einschüchternd und fast bösartig. Der Zuschauer merkt, welch große Bedrohung er darstellt.

Quelle: YouTube-Channel „vipmagazin“ (Stand: 25.10.2015)


Die Handlung

Wichtig ist zuerst, den Unterschied in der Erzählweise zu erkennen: Suzanne Collins hat im Buch die Ich-Perspektive gewählt, sodass der Leser das Geschehene aus der Sicht von Katniss erfährt. Das Großartige ist, dass die Filmemacher versucht haben, diese Sicht auch auf die Leinwand zu übertragen. So wird beispielsweise dargestellt, wie Katniss sich nach dem Stich der Jägerwespen fühlt. Dennoch bietet der Film auch Szenen, in denen beispielsweise Haymitch oder Senecra Crane im Vordergrund stehen. Das sorgt dafür, dass die Zuschauer die Ereignisse noch einmal aus einer anderen Sicht sehen können – was zumindest einige Szenen viel interessanter macht.
Hervorragend an der Verfilmung finde ich außerdem, dass zwar für die Handlung eher unwichtige Szene herausgeschnitten werden (Madge etwa kommt nicht vor). Dennoch sind einige Details zu finden, die besondere Bedeutung haben. Kurz vor Beginn der Spiele kann der Zuschauer zum Beispiel erkennen, wie Peeta leicht den Kopf in Katniss‘ Richtung schüttelt.
Insgesamt hat mir die Verfilmung wirklich gut gefallen. Ein Aspekt hat mich dennoch gestört: Die fehlende Intensität der Liebesgeschichte. Gerade das ist ja eigentlich der wichtigste Punkt in den Spielen, was das Buch sehr gut herausstellt. Im Film lässt sich davon jedoch zu wenig erkennen. Mir fehlen dort vor allem die Szenen in der Höhle und der Moment, in welchem Katniss und Peeta im Hovercraft getrennt werden. Versteht mich nicht falsch: Ich brauche keinen Kitsch. Aber wenn es für die Handlung wichtig ist, sollte es vorhanden sein.

Fazit

Eigentlich sind Film und Buch in meinen Augen gleichauf. Die Tribute von Panem wird keinesfalls zu meiner neusten Lieblings-Trilogie – doch konnte mich die Geschichte im dritten Anlauf so sehr begeistern, dass ich mich auch auf die restlichen beiden Teile freue. Sowohl in Film- als auch in Buchformat. Doch der geringe Fokus auf die Liebesgeschichte sorgt dafür, dass ich das Buch doch zumindest ein bisschen vorziehe. Ich hoffe, dass diese in den folgenden Verfilmungen besser dargestellt wird. Immerhin müssen Katniss und Peeta nicht nur mich überzeugen 😉

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