Schon eine kleine Weile habe ich mich auf „Das Nötigste über das Glück“ von Bernhard Aichner gefreut. Zum einen, weil ich schon seit längerem an keiner Rezensionsrunde bei BloggDeinBuch teilgenommen habe. Zum anderen, weil der Klappentext dieses Buchs wirklich faszinierend klang – als würde einmal eine Liebesgeschichte auf eine andere Weise erzählt werden. Glücklicherweise wurde meine Erwartung erfüllt… zu meiner Enttäuschung jedoch auch zunichte gemacht.

Inhalt zu Das Nötigste über das Glück

© Haymond Verlag

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Hans möchte sterben. Aber nicht einfach nur so, sondern auf die gleiche Weise wie der Hans auf seiner Postkarte. Dafür jedoch benötigt er eine Frau, die ihn – in der Küche auf dem Boden liegend – finden kann. Also gibt Hans eine Anzeige auf und trifft kurz darauf Elvina. Elvina jedoch erweckt in ihm das Gefühl, gar nicht mehr sterben zu wollen. Stattdessen machen sich die beiden auf den Weg nach Spanien. Ein spannender Roadtrip beginnt…

Das Nötigste über das Glück – Die Kritik

Ich habe mich wirklich gefreut, als das kleine Paket mit dem Roman von Bernhard Aichner ankam. Etwas überrascht war ich allerdings darüber, dass das Werk effektiv nur 113 Seiten hat – und es eigentlich 16,90 € kosten soll. Egal, wie gut das Werk des Haymon Velags ist: Für eine so kurze Geschichte finde ich den Preis ziemlich happig; zumal es sich in wenigen Stunden durchlesen lässt.

Die wundervolle Geschichte

Ich muss jedoch zugeben, dass die Story an sich mir wirklich gut gefallen hat. Hans, der scheinbar an Depressionen leidet, und Elvina, die leicht verrückt ist. Diese beiden völlig unterschiedlichen Charaktere treffen sich, verlieben sich ineinander und erleben den verrücktesten Roadtrip aller Zeiten. Sie lernen viele verschiedene Menschen kennen und kommen sich dabei selbst immer näher. Teils hat mich die Handlung wirklich überrascht, weil ich mit einzelnen Situationen nicht gerechnet hatte. Bernhard Aichner hat hier stets gut die Spannung aufgebaut und auch zu halten gewusst. Auch das Ende ist wunderschön, jedoch keineswegs kitschig.

Die Sprache von Bernhard Aichner

Gestört hat mich allerdings über alle Maßen die Art und Weise, wie Bernhard Aichner diese Geschichte schreibt. Stetig kommt ein kurzer Satz nach dem anderen, nur selten werden einmal längere und beschreibende Sätze dazwischen geschoben. Das mag einigen Menschen gefallen, doch ich persönlich kam mit dieser Schreibweise absolut nicht klar – das Ganze hat mich ständig im Lesefluss gestört. Oftmals gab es Sätze mit nur zwei oder drei Wörtern. Auch die Dialoge wurden nicht abgesetzt, sondern einfach in den Fließtext integriert. So musste ich einige Sätze mehrmals lesen, um zu verstehen, dass es sich dabei um eine direkte Rede handelt. Für mich war diese Schreibweise völlig verwirrend, da ich an längere Sätze gewöhnt bin und sie lieben gelernt habe. Versteht mich nicht falsch: Mit Thomas Manns endlosen Sätzen, die sich teilweise über eine ganze Seite erstrecken, kann ich auch nicht viel anfangen. Ich gehöre da vermutlich einfach der großen Allgemeinheit an, die sich über „normal“ lange Sätze freut. Deshalb: Ich finde die erzählte Geschichte großartig, nur eben die Erzählweise nicht.

Fazit zu Das Nötigste über das Glück

Bernhard Aichner erzählt von der Liebe, den Strapazen der Liebe und den Vorteilen der Liebe. Das allerdings auf eine Weise, die mich nicht angesprochen hat. Wer aber Freund kurzer Sätze ist, wird mit dem Werk seinen Spaß haben!