Pieces of Emotion

Bücherwurm, Serienfreak & Schreiberling

The Wise Man’s Fear: Kvothe, die Zweite

Stellt euch folgende Situation vor: Da gibt es eine Reihe – Buch, Film oder Serie – die euch so fasziniert hat, dass ihr sie am liebsten in einem Rutsch verschlingen wollt. Diese Reihe ist aber noch längst nicht fertiggestellt. Und habt ihr schon fast alle verfügbaren Teile verschlungen, wollt ihr euch den letzten aufheben, bis ihr wisst, dass ein weiterer erhältlich ist. Und dann schiebt ihr es auf. Und schiebt es weiter auf. Und irgendwann gebt ihr nach und nehmt euch doch des letzten Teils an. So geht es mir aktuell mit Sherlock und mit der ASOIAF-Reihe von George R.R. Martin. Und so ging es mir eine ganze Weile mit The Wise Man’s Fear aus den Kingkiller Chronicles von Patrick Rothfuss – bis ich mir an Weihnachten einen Ruck gegeben habe.

Inhalt von The Wise Man’s Fear

© Klett-Colla / "Die Furcht der Weisen 1+2" von Patrick Rothfuss

© Klett-Colla / „Die Furcht der Weisen 1+2″ von Patrick Rothfuss


Wir sind am zweiten Tag angekommen: Nachdem Chronicler eine angenehme Nacht im Gasthaus von Kvothe verbracht hat, erzählt dieser seine Geschichte weiter – natürlich stets mit Bast an seiner Seite. Wieder wandern die Leser in die Vergangenheit: Zur Universität, zu Ambrose und zu Denna. Doch Kvothe bleibt nicht in der Universität. Aufgrund einiger Vorfälle, die er sich zu Schulden hat kommen lassen, nimmt er eine Auszeit und bereist die Welt. Ohne zu wissen, in welch lebensbedrohliche Gefahren er sich begibt…

The Wise Man’s Fear – Die Kurzkritik

Etwa 3,5 Monate hat mich der zweite Teil zu The Name of the Wind aufgehalten – aber nicht aufgrund der Langeweile, sondern wegen der Dicke des Buchs und meiner fehlenden Zeit. Etwa 1350 Seiten hat das Werk und jede einzelne davon ist kurzweilig.

Zu Beginn mag es sich ein wenig schleppen: Der Leser ist wieder, gemeinsam mit Kvothe und seinen Freunden, an der Universität und erlebt über mehrere Seiten hinweg die Schikanen, welche Ambrose und Kvothe sich gegenseitig aussetzen. Doch Kvothe geht schließlich auf eine Reise; und ab dort wird es unheimlich spannend. Natürlich, der Leser weiß, dass die Hauptfigur nicht sterben kann. Und dennoch ist das Ganze so spannend geschrieben, dass ich mich ein ums andere Mal dabei erwischt habe, den Atem angehalten zu haben.

Das Schöne ist allerdings auch, dass es zahlreiche Momente gibt, in denen der Leser über Kvothes Handlung nur den Kopf schütteln kann. Diverse Male sagt er so unkluge Dinge oder tut etwas völlig Unverständliches, um seine Situation noch zu verschlimmern. Doch gerade diese Szenen, die ihn so authentisch und sympathisch wirken lassen, machen das Werk erst spannend. In Kombination mit dem scheinbar erwachsenen Kvothe, der Chronicler seine Geschichte erzählt, wird es umso humorvoller.

Fazit zu The Wise Man’s Fear

Anfangs ein wenig schleppend aufgrund der Streitereien zwischen Kvothe und Ambrose, entwickelt sich der zweite Teil der Trilogy zu einer faszinierenden Reise. Ich kann den dritten Teil kaum erwarten. Schreib, Rothfuss, schreib!

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