Pieces of Emotion

Bücherwurm, Serienfreak & Schreiberling

Bis zum Ende der Galaxie: I’m Still Here

Die wichtigsten Infos

Titel: I’m Still Here
Genre: Mockumentary
Länge: 102 Minuten
Online zu finden: nur kostenpflichtig, doch hier gibt’s einige Infos!

Worum geht’s?

2009 hat Joaquin Phoenix urplötzlich verkündet, zukünftig nicht mehr zu schauspielern – stattdessen wolle er seine Karriere als Rapper vorantreiben; mit P. Diddy an seiner Seite. Monatelang wirkt Phoenix unnahbar, abwesend. Er scheint seiner Körperhygiene nicht viel Beachtung zu schenken und drogenabhängig zu sein. Mit dem Film „I’m Still Here“ wird der Niedergang des einstigen Hollywood-Stars dokumentiert – so zumindest verkaufen Joaquin Phoenix und Schwager Casey Affleck im September 2010 den Streifen. Dass dahinter ein genialer Streich der beiden steckt, wird erst einige Wochen später enthüllt.

Joaquin Phoenix in "I'm Still Here" / © Magnolia Pictures

Joaquin Phoenix in „I’m Still Here“ / © Magnolia Pictures

Was halte ich davon?
Ich muss zugeben, dass ich vor Beginn der Sichtung nicht wusste, dass sich dabei um einen überraschend geistreichen Prank hielt – ich habe allerdings damals auch nicht mitbekommen, dass Joaquin Phoenix in der Öffentlichkeit auf diese Weise aufgetreten ist. Also habe ich ohne Vorkenntnisse auf Play gedrückt und war schon in den ersten Minuten total verblüfft: Dieser unbeständige Kerl mit dem dicken Bart soll Joaquin Phoenix sein? Ich musste daraufhin natürlich unbedingt das ganze Internet durchforsten, weil ich dem Streifen nicht glauben wollte. Ihr glaubt nicht, welch großer Stein mir vom Herzen gefallen ist – und wie sehr ich mich selbst nach der Sichtung geschämt habe. Denn „I’m Still Here“ bringt es auf seine skrupellose, ehrliche Art auf den Punkt: Sowohl die Medien als auch Fans und andere Prominente sind so unfassbar versessen auf jedes kleinste Detail aus dem Leben der Hollywood-Stars, dass wir völlig vergessen, dass diese auch ganz normale Menschen sind. Wir hängen uns an jedes Gerücht, jeden noch so kurzen Auftritt, jeden Fauxpas, um über irgendetwas reden zu können, was uns in den meisten Fällen eigentlich nichts angeht. Und wir vergessen dabei, dass die Menschen, denen wir auf Schritt und Tritt folgen, unter all dem Druck sowohl innerlich als auch äußerlich völlig zusammenbrechen können. Insbesondere mit der Journalistengruppe am Flughafen und der darauffolgenden, ziemlich hässlichen Reportage über einen gebrochenen Joaquin Phoenix hat das ganze Ausmaß genau erfasst. Klar, ich liebe die Familienfotos von Neil Patrick Harris und freue mich über Infos zu Johnny Depps neuer Ehe. Aber mit „I’m Still Here“ merkt man wieder einmal, wie sensationslustig die Menschen sind und inwiefern das Ganze ausarten kann.

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