Anfang des Monats hatte ich euch Marie vorgestellt – die 19-jährige Österreichin berichtet in ihrem Blog regelmäßig über ihre beiden Leidenschaften Mode & Literatur. Im Bereich Literatur hat Marie selbst schon Fortschritte gemacht: Vor kurzem veröffentlichte sie ihren ersten Roman Belina – Liebe auf den zweiten Brief als E-Book. Dieses Erstlingswerk habe ich in den letzten Tagen gelesen und war begeistert von der Qualität und Ausdrucksweise der jungen Autorin!

Inhalt

Melina Sondermann beschreibt sich selbst als „Durchschnittsbürgerin“: Die junge Frau lebt in Wien, studiert Kunstgeschichte und hat sich gerade erst von ihrem Freund getrennt. Als sie jedoch eines Abends nach Hause kommt, verändert sich ihr Leben schlagartig – in ihrem Briefkasten findet Melina einen Brief von Ben Hambold. Ein ihr unbekannter Mann, der ihre Adresse auf ominösen Wegen erhalten hat? Melina ist drauf und dran, dem Fremden die Polizei auf den Hals zu hetzen; immerhin könnte er sonst was im Schilde führen. Doch dann lernt sie Ben näher kennen…

Kritik

Eigentlich bin ich kein großer Fan von Ebooks – da ich keinen Ebook-Reader besitze, muss ich die Geschichten auf dem Laptop lesen. Da habe ich es viel lieber, das gedruckte Werk in meinen Händen zu erhalten. Maries Roman Belina – Liebe auf den zweiten Brief allerdings ist so angenehm geschrieben, dass ich auch an meinem Laptop Spaß damit hatte!

Ein Debütroman mit Herz

Belina - Liebe auf den zweiten Blick / © Marie-Christin Rapp

Belina – Liebe auf den zweiten Blick / © Marie-Christin Rapp


Auf den ersten Blick positiv aufgefallen ist mir die Struktur des Werks: Marie hat mit ihrer Geschichte den alten Briefroman Tribut gezollt – abgesehen vom Prolog ist jeder Text in Briefform gehalten. Der Leser erhält also nur die Infos, die von den beiden Schreibenden preisgegeben werden. Mir persönlich hat diese Originalität besonders gut gefallen.

Der Verlauf der Geschichte ist natürlich vorhersehbar, das Finale wird im Titel schon verraten. Aber ich erhielt beim Lesen das Gefühl, dass es weniger um eine spannende Liebesgeschichte ging, sondern mehr um das Ausdrücken von Emotionen und um die Entstehung einer besonderen Beziehung. Und zwischendurch schwingt ein kleines Gefühl von Gesellschaftskritik mit – immerhin gibt es aufgrund von Social Media kaum noch Menschen, die wirklich Briefe schreiben. Marie hat die Gedanken ihrer beiden Protagonisten in intelligente und ungewöhnlich ausdrucksstarke Worte gefasst. Zwar werden die verschiedenen Charakterzüge von Melina und Ben nicht immer deutlich, doch ich weiß aus eigener Erfahrung, wie schwer es ist, unterschiedlichen Figuren auch unterschiedliche Ausdrucksweisen zu verleihen. Nichtsdestotrotz war Belina – Liebe auf den zweiten Brief ein kurzweiliges Vergnügen für mich!

Fazit

Marie hat ihre Sache außerordentlich gut gemacht: Ihr Erstlingswerk besitzt Herz, Humor und erzählt von einer vorhersehbaren und dennoch wunderschönen Liebesgeschichte. Natürlich ist Belina – Liebe auf den zweiten Brief nicht perfekt, aber ich würde den Roman jedem ans Herz legen, der gern unkitschige Liebesgeschichten liest!