Pieces of Emotion

Bücherwurm, Serienfreak & Schreiberling

Bis zum Ende der Galaxie: 7 Tage… unter Verrückten

Die wichtigsten Infos
Titel: 7 Tage… unter Verrückten
Genre: Episode aus der Dokureihe „7 Tage“
Länge: etwa 30 Minuten
Online zu finden: In der NDR Mediathek


Worum geht’s?

Einmal in die Welt eines anderen Menschen einzutauchen und zu erfahren, wie er lebt – darum geht es in der NDR-Dokureihe „7 Tage“. In der Episode „7 Tage… unter Verrückten“ leben zwei Autoren des Norddeutschen Rundfunks in einem betreuten Wohnheim für Menschen mit psychischen Erkrankungen. Das Wort „Verrückte“ ist dabei keineswegs verachtend oder gar respektlos gemeint – der Episode zufolge nennen sich Bewohner des Heims selber so. Die beiden Autoren leben Seite an Seite mit Herr Löwe, Herr Schmalfeld und Frau Pfau. Dabei lernen sie, mit den psychisch kranken Menschen zu kommunizieren, über den Tellerrand zu schauen und die Perspektive der Bewohner einmal mit eigenen Augen zu sehen.


Was halte ich davon?

Zu Beginn der Episode war ich etwas skeptisch, ob diese Sendung nicht auch wieder in Vorurteilen und Klischees endet – doch falsch gedacht: „7 Tage… unter Verrückten“ schafft es, mit Offenheit an das Thema heranzugehen. In den dreißig Minuten wird nicht nur gezeigt, wie unbeholfen Menschen ohne psychische Erkrankungen an die Bewohner herantreten und wie sehr sie in diesen Situationen über ihre eigenen Worte und Reaktion nachdenken. Auch die andere Seite wird immer wieder in den Fokus gerückt, um deutlich zu machen, dass sich diese Menschen in ihrer Kommunikation und teilweise auch ihrem Verhalten gar nicht so sehr von Moderator Christian unterscheiden. Der Zuschauer muss verstehen, dass diese Menschen nicht einfach als „krank“ abgestempelt werden dürfen, sondern dass sie eben ihre ganze eigene Wahrheit erleben, die allerdings absolut nicht falsch ist. Und so überraschend es sein mag: Zumindest den Bewohnern dieses Heims ist bewusst, welche Gutachten die Ärzte erstellen und wie die jeweiligen Psychosen genannt werden.

Nichtsdestotrotz war ich mitunter geschockt von den Problemen, mit denen sich die Bewohner tagtäglich auseinandersetzen müssen – damit meine ich nicht nur Zwangsstörungen, sondern auch vergangene Erlebnisse, an welche sich diese Menschen immer und immer wieder erinnern. So abstrus es klingen machen: Nach dieser Episode war ich dankbar für mein einfaches und von nur den typischen Schicksalsschlägen geprägtes Leben. „7 Tage… unter Verrückten“ hat mich betroffen und zeitgleich fasziniert – ich werde mir definitiv noch weitere Episoden aus der NRD-Dokureihe ansehen.

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